Stellen Sie Ihren Qualitätssiegelantrag

Es gibt Qualitätssiegel für Partnerorganisationen und Qualitätssiegel für projektleitende Organisationen. Die Auswahl, ob Sie Partnerorganisation oder projektleitende Organisation werden möchten, treffen Sie direkt im Antragsformular.

Anträge für ein Qualitätssiegel können ganzjährig gestellt werden. Damit ausreichend Zeit für die Prüfung bleibt, sollten Qualitätssiegelanträge spätestens 6 Wochen vor Budgetantragsfrist eingereicht werden.

Zum Antragsformular für ein Qualitätssiegel...

FAQ

Ich habe hohe Inklusionskosten. Was kann ich tun?

Für verstärktes Mentoring von jungen Menschen mit geringeren Chancen, also z.B. einen erhöhten Betreuungsaufwand, verstärkte sprachliche Unterstützung etc., kann die Inklusionspauschale in Anspruch genommen werden (s. „Wie kann ich die Inklusionspauschale beantragen?“).

Wenn die Inklusionspauschale nicht ausreicht, um die Kosten für verstärktes Mentoring zu decken, können Sie auf die Pauschale verzichten und stattdessen den von Ihnen kalkulierten Betrag als außergewöhnliche Inklusionskosten für verstärktes Mentoring (“exceptional costs to support the participation of young people with fewer opportunities”) angeben. Voraussetzung ist, dass die reguläre Pauschale weniger als 80% der erwarteten Kosten deckt.

Für weitere inklusionsbezogene Kosten wie Anpassungen und Investitionen im materiellen Bereich können zusätzlich außergewöhnliche Kosten abgerechnet werden – hiervon bleibt die Pauschale für verstärktes Mentoring unberührt.

Bitte beachten Sie, dass im Falle einer Förderung nur die tatsächlich entstandenen Kosten erstattet werden. Diese müssen im Fall von außergewöhnlichen Kosten bei der Abrechnung durch Belege nachgewiesen werden. Wenn Sie außergewöhnliche Inklusionskosten beantragen möchten, erläutern Sie im Antragsformular bitte, für welchen Zweck die Gelder geplant sind und wie Sie deren Höhe kalkulieren (zum Beispiel durch Angabe der Stundenzahl, des Stundensatzes und des Landes, in dem die Aktivität stattfindet). Für die Abrechnung der Inklusionspauschale erläutern Sie bitte im Schlussverwendungsnachweis, wie das verstärkte Mentoring ausgestaltet wurde.

Wie kann ich die Inklusionspauschale beantragen?

Bei der Inklusionspauschale handelt es sich um eine Tagespauschale, die Sie nicht separat beantragen müssen. Sie wird automatisch in die beantragte Förderung mit einberechnet (kalkuliert mit einem Durchschnittswert für 50% der Teilnehmenden) und richtet sich nach der von Ihnen eingetragenen Aktivitätsdauer.

Bitte beachten Sie, dass im Falle einer Förderung die Pauschale nur dann abgerechnet werden kann, wenn es tatsächlich einen entsprechenden Bedarf gab.

Wenn mehr als 50 Prozent Ihrer Freiwilligen junge Menschen mit geringeren Chancen sind, können Sie die Inklusionspauschale für weitere Freiwillige nachbeantragen.

Falls Sie feststellen, dass die reguläre Inklusionspauschale aufgrund des erhöhten Betreuungsbedarfs (verstärktes Mentoring) nicht ausreicht, können Sie zum Zeitpunkte der Antragstellung bzw. während des Projektes Unterstützung für außergewöhnliche Kosten für verstärktes Mentoring anstelle der Pauschale beantragen (s. auch „Ich habe hohe Kosten …).

Beziehen sich die Planzahlen im Maßnahmenplan nur auf eigene Aufnahmeprojekte oder auf alle Aktivitäten, die in der projektleitenden Rolle koordiniert werden?

Im Maßnahmenplan sollen alle Aktivitäten angegeben werden, für die eine projektleitende Organisation Budget beantragen möchte. Dies umfasst sowohl die eigenen Projekte als auch Projekte, die koordiniert und von Partnern durchgeführt werden.

Kann der Maßnahmenplan zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden?

Ja, das ist möglich. Im Fall von signifikanten Änderungen der Planzahlen, Ziele oder Strategie einer projektleitenden Organisation ist ein Update des Qualitätssiegels während der Programmlaufzeit möglich. Auch weitere Aktivitätstypen können zu einem späteren Zeitpunkt beantragt werden. Hierfür muss kein neuer Qualitätssiegelantrag eingereicht werden, die Änderungen müssen jedoch formal von der Nationalen Agentur bewilligt werden.

Wie viele Jahre muss der Maßnahmenplan mindestens umfassen?

Wir empfehlen, einen Maßnahmenplan für sieben Jahre einzureichen, da das Qualitätssiegel dann für die volle Programmlaufzeit erteilt werden kann. Es kann auch ein Maßnahmenplan für eine kürzere Zeitspanne eingereicht werden mit einer Mindestdauer von drei Jahren, wobei sich die Laufzeit des Qualitätssiegels entsprechend verkürzt.

Mindestens einmal während der Programmlaufzeit, voraussichtlich nach drei Jahren, erfolgt eine Aufforderung durch die Nationale Agentur, den Maßnahmenplan zu aktualisieren.

Auf welchen Zeitraum beziehen sich die im Maßnahmenplan anzugebenen Aktivitäten?

Die Maßnahmen beziehen sich auf den Budgetantrag des entsprechenden Jahres, der eine Projektlaufzeit von bis zu 24 Monaten haben kann.

Was ist unter einer Standardaktivität zu verstehen?

Eine Standardaktivität beschreibt das komplette Aufgabenpaket, das Freiwillige in einer Aufnahmeorganisation typischerweise umsetzen. Es können in einer Aufnahmeeinrichtung verschiedene Standardaktivitäten umgesetzt werden (z.B. Freiwilligendienst in der Umweltbildung, Freiwilligendienst im Waldkindergarten und Freiwilligenteam-Einsatz zur Bach-Renaturierung). Zugleich kann eine Standardaktivität in verschiedenen Locations umgesetzt werden (z.B. Freiwilligendienst im Waldkindergarten an verschiedenen Standorten).

Müssen Aktivitäten in anderen Aufnahmeeinrichtungen, die von der projektleitenden Organisation koordiniert werden, als Standardaktivitäten angegeben werden?

Nein. Die Frage nach Standardaktivitäten muss nur für Aufnahmeprojekte in der eigenen Einrichtung (ggf. inkl. Locations) beantwortet werden. Im Fall von Entsendungen oder Aufnahmen bei koordinierten Partnerorganisationen werden die Standardaktivitäten in den jeweiligen Partner-Qualitätssiegeln der aufnehmenden Organisationen beschrieben. Ausnahme bildet die Koordinierung von Freiwilligenteams, für die eine Standardaktivität angelegt werden muss.

Können mehrere Programmformate in einem ESC50 Antrag angegeben werden?

Ja, es wird immer nur ein Qualitätssiegel-Antrag gestellt. Wenn sowohl individuelle Freiwilligendienste als auch Freiwilligenteams beantragt werden, müssen für beide Formate separate Standardaktivitäten angegeben werden.

Was ist bei den Fragen zu Standardaktivitäten mit dem „do no harm“-Prinizip gemeint?

Das "do no harm"-Prinzip ist in Teil A des Programmhandbuches erwähnt. Es nimmt Bezug auf Maßnahmen zur Prävention vor negativen, nicht intendierten Effekten von Projekten. Sowohl der Aspekt "security and safety" bei den Freiwilligen selbst kann hier herangezogen werden, als auch die unbeabsichtigten Nebenwirkungen des Freiwilligenprojektes auf dessen Zielgruppe und Gesellschaft.

Wie viele “Objectives” sollten definiert werden?

Im Antragsformular können maximal drei Hauptziele definiert werden. Weitere Ziele und Zwischenziele, die Teil der langfristigen Strategie sind, können unter der vorherigen Frage “please describe your longer-term objectives” beschrieben werden. Einer Standardaktivität können 1-3 Hauptziele (Objectives) zugeordnet werden.

Wie ist die Frage nach den langfristigen Zielen zu verstehen?

Es soll beschrieben werden, welche konkreten Ziele mit der Umsetzung von Projekten im Europäischen Solidaritätskorps verfolgt werden, welchen Beitrag diese zu den übergeordneten Organisationszielen leisten und welche Verbindung zu den Programmprioritäten im Europäischen Solidaritätskorps besteht. Als Grundlage hierfür sollten die identifizierten gesellschaftlichen Bedarfe und Herausforderungen in den Blick genommen werden.

Wichtig ist, dass die Ziele realistisch geplant werden und die Durchführung der geplanten Aktivitäten zur Zielerreichung beiträgt. Die Ziele sollten so konkret und messbar wie möglich beschrieben und Indikatoren zur Zielerreichung festgelegt werden.

Wie ist die Frage "How will you handle risk assessment and management?" zu verstehen?

Es geht darum, wie Ihre Organisation mit vorhersehbaren und unvorhersehbaren Krisen und Risiken im Kontext von Freiwilligendiensten umgeht und welche Schritte Ihre Organisation zur Vermeidung eben dieser unternimmt.

Kann das Qualitätssiegel als projektleitende Organisation sowohl für die Rolle als aufnehmende, als auch als koordinierende und entsendende Organisation beantragt werden?

Ja, das ist möglich. Im Sinne einer gleichberechtigten Partnerschaft sollten Entsendungen in Programmländer aber in aller Regel von der Aufnahmeorganisation bei der dort zuständigen Nationalen Agentur beantragt werden.

Wir haben Interesse an der Entsendung von Freiwilligen, aber noch keine konkreten Pläne. Können wir bereits das Qualitätssiegel als projektleitende Organisation stellen?

Im Antragsformular wird die Ausarbeitung eines Strategieplans erwartet. Daher sollte der Antrag auf ein Qualitätssiegel als projektleitende Organisation erst dann gestellt werden, wenn es konkrete Pläne gibt. Entsendungen in Programmländer sollten aber in aller Regel von der Aufnahmeorganisation beantragt werden.