Was sind Praktika und Arbeitsstellen?

Praktika im ESK

Ein grenzüberschreitendes Praktikum, das im Europäischen Solidaritätskorps gefördert wird, hat immer einen Bezug zu Solidarität und Engagement.

Die Lernerfahrung des Teilnehmenden am Übergang in den beruflichen Bereich und die Erhöhung seiner Beschäftigungsfähigkeit stehen im Vordergrund des Praktikums. Auch wird den Teilnehmenden eine pädagogische Begleitung und Reflexion der Lernerfahrungen des Praktikums geboten.

Bedingungen für Praktika

Ein gefördertes Praktikum kann in allen EU-Mitgliedstaaten beantragt werden und hat eine Dauer zwischen zwei und sechs Monaten, die in Ausnahmefällen und bei der Beteiligung von Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf bis auf zwölf Monate verlängert werden kann.

Die Praktika stehen im Einklang mit nationalen Regelungen zu Praktika und deren Vergütung und beruhen auf einer schriftlichen Praktikumsvereinbarung zwischen Teilnehmendem und Organisation. In der schriftlichen Vereinbarung werden Lernziele für das Praktikum, Dauer, Vergütung, Arbeitsbedingungen sowie Rechte und Pflichten beider Parteien festgehalten. Letztere orientieren sich am Quality Framework for Traineeships (Council Recommendation, 2014).

Gefördert werden nur arbeitsmarktneutrale Praktikumsstellen. Zudem sind reine Routinetätigkeiten ohne erwartbare Lernwirkungen nicht förderfähig.

Arbeitsstellen im ESK

Geförderte Arbeitsstellen im Europäischen Solidaritätskorps sind Vollzeittätigkeiten mit Solidaritätsbezug, die gesellschaftliche Bedürfnisse ansprechen.

Die Angebote sollen durch die Vermittlung und das Erlernen berufsrelevanter Kompetenzen die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen befördern. Zudem sollen diese die Möglichkeit erhalten,  Berufserfahrung im Ausland zu sammeln.

Bedingungen für Arbeitsstellen im ESK

Die Maßnahmen sollen langfristig eine Integration der Teilnehmenden von der Schule oder Ausbildung in den Arbeitsmarkt und somit einen Einstieg in Beschäftigungsverhältnisse unterstützen. Eine pädagogische Betreuung und intensive Einarbeitung in die Tätigkeit, immer im Hinblick auf den Kompetenzerwerb der Teilnehmenden, zeichnen die angebotenen Arbeitsstellen im ESK aus.

Es gilt für geförderte Arbeitsstellen eine Mindestdauer von drei Monaten. Bis zu zwölf Monate lang können Arbeitsstellen durch das Europäische Solidaritätskorps gefördert werden.

Die Arbeitsstellen werden durch die anbietende Organisation vergütet. So wird zwischen Teilnehmendem und Organisation wird ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen, der sich an nationalem Arbeitsrecht (Bestimmungen zu Mindestlohn etc.) orientiert. Reine Routinetätigkeiten ohne erwartbare Lernwirkungen nicht förderfähig.

Aufgaben der Organisationen

Als unterstützende und antragstellende Organisation übernehmen sie bestimmte Aufgaben vor, während und nach der Aktivität.

Auflistung der Aufgaben im Bereich Praktika und Arbeitsstellen

Der unterstützenden und antragstellenden Organisation im Bereich Praktika und Arbeitstellen kommen u.a. folgende Aufgaben zu.

  • Projektmanagement: Koordinierung, Antragstellung und Verteilung der Mittel
  • Vor der Aktivität: Auswahl und Matching der Freiwilligen über das ESK-Portal, Koordinierung Praktikumsvereinbarung oder des Arbeitsvertrags, Vorbereitung der Freiwilligen inkl. Klärung Versicherungsschutz, Anmeldung zum Online Sprachtraining ,Aushändigung des Info-Kit
  • Während der Aktivität: Erstellung eines Arbeits- bzw. Tätigkeitsplans, Bereitstellung eines Mentors, Anmeldung zu den verpflichtenden Begleitseminaren, Auszahlung der Zahlung der vereinbarten Vergütung unter Berücksichtigung nationaler Vorgaben, Auszahlung des Zuschusses zum Wohnungswechsel
  • Nach der Aktivität: Unterstützung der Teilnehmenden bei der Job-Suche, Vernetzung mit anderen Teilnehmenden

Eine detaillierte Auflistung finden Sie im Programmleitfaden auf S. 19.

Fördersätze

Die Fördersätze variieren je nach beteiligtem Land und Projekt. Alle Details finden Sie ab S. 41 im Programmleitfaden.

Folgend erläutern wir Ihnen die Fördersätze am Beispiel eines Jugendlichen aus Madrid, der ein dreimonatiges Praktikum oder ein in einer Flüchtlingsunterkunft in Würzburg macht.

Die beiden Formate unterscheiden sich nicht in den Fördersätzen, sondern nur in in der möglichen Dauer:

  • Praktikum: Zwei bis sechs Monate, in Einzelfällen Verlämgerung auf zwölf Monate möglich
  • Jobs: drei Monate bis zwölf Monate
Förderfähige KostenBetragErläuterungen
Reisekosten360,- Euroentspricht der Pauschale für eine Distanz von 2000 - 2999 km
Zuschuss zum Wohnungswechsel

5,- Euro /Tag

150,- Euro / Monat

maximal 180 Tage
Organisatorische Unterstützung
Kosten für Projektmanagement225,- EuroPauschal: Kosten für Planung, Koordinierung, Verwaltung
Aktivitätskosten

8,- Euro / Tag

240,- Euro / Monat

Kosten für Vorbereitung, Begleitung, Monitoring, Validierung

Praktikanten / Inhaber der Arbeitsstellen müssen zudem im Einklang mit nationaler Gesetzgebung vergütet werden.

Zusätzliche Mittel für außergewöhnliche Kosten im Rahmen der Beteiligung von Jugendlichen mit geringeren Chancen oder mit Behinderungen, ergänzende Aktivitäten zur Verbreitung der Projektergebnisse und deren Wirkung auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene, sowie notwendige Ausgaben bspw. für Impfungen, Visa oder besondere Zeugnisse  können zusätzlich beantragt werden.