Raus von Zuhause und rein in die Welt

Sebastian Funk

Ich wusste bereits in der Oberstufe, dass ich nach meinem Abschluss nicht sofort mit dem Studium beginnen will, sondern etwas Neues erleben möchte. Raus von zuhause und rein in die Welt. Meine Begeisterung für Spanien führte mich schließlich an eine Schule in Andalusien, wo ich im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes einen zehnmonatigen Freiwilligendienst ableistete.

Mein Projekt thematisierte die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Region – durch eine internationalere Ausbildung sollte den Absolventen der Eintritt in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Die Arbeit war wirklich vielfältig: Ich organisierte Konversationsstunden in Englisch und Deutsch, half bei internationalen Austauschprogrammen und Bewerbungstrainings mit. Einige Schüler konnte ich auch für Auslandspraktika motivieren.

Heute Deutschland – morgen Spanien

Selbstverständlich macht man sich vorher Gedanken, wenn man von heute auf morgen in einem ganz anderen Land lebt und arbeitet. Letztendlich waren aber die Bedenken unbegründet: Mein Schulspanisch hat locker für den Alltag gereicht und in meinem Projekt wurde ich unglaublich freundlich empfangen. Auch eine neue Clique war schnell gefunden. Während dem Freiwilligendienst konnte ich nicht nur mit sehr vielen Spaniern Freundschaft schließen, sondern habe jetzt auch Bekannte in ganz Europa. Einige von diesen zählen immer noch zu meinen besten Freunden - auch wenn uns mehrere hundert Kilometer trennen.

Trotz einiger Tiefen neben sehr vielen Höhen: Es ist ein tolles Gefühl, einen eigenen Beitrag für ein solidarisches Europa zu leisten. Und auch persönlich war das Jahr in Spanien unglaublich bereichernd: Ich hatte die Chance, in ein Land einzutauchen, das mich schon immer brennend interessiert hat. Durfte unglaublich viele interessante Menschen treffen und beeindruckende Orte erkunden. Konnte meine Sprachkenntnisse spürbar ausbauen.

Sicher, vielleicht kostet es am Anfang ein bisschen Überwindung, zu Hause die Zelte abzubrechen. Aber es lohnt sich. Meine Freiwilligenzeit war eine horizonterweiternde Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte. Ach ja, und in Deutschland geht nach dem Zurückkehren das Leben auch genauso weiter wie vor der Freiwilligenzeit – zumindest, wenn man das so möchte. Also keine Angst. Verpassen wirst Du nur dann etwas, wenn Du zu Hause bleibst.

Einsatz: Zehn Monate zwischen September 2015 und Juni 2016 in Málaga/ Spanien